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Zumeldung:Waldzustandsbericht MLR Nr.284/2019 vom 28. Oktober

Der Klimaretter bedarf selbst der Rettung

AG Wald und BDF kritisieren die Haltung des Finanzministeriums scharf – Kehrtwende in der Forstpolitik der Landesregierung gefordert

Die Arbeitsgemeinschaft Wald und der Bund deutscher Forstleute teilen die Analyse des Ministers zum Waldzustand. „Der Klimawandel hat unsere Wälder fest im Griff. Es droht die Gefahr, dass sie ihre Schutzfunktion als wirksamster Kohlenstoffspeicherort verlieren. Dies hat weitere dramatische Folgen für unser Klima und damit für die Lebensbedingungen der Bevölkerung. Diese Spirale muss unbedingt getoppt werden“, so Dietmar Hellmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Wald und des Berufsverbandes der Forstleute BDF. „Deshalb fordern wir die Landesregierung auf, alle Anstrengungen  zu unternehmen, die Wälder klimafit umzubauen und ihren Erhalt zu sichern,“ Hellmann weiter.  Die Nagelprobe hierfür wird der neue Doppelhaushalt 2020/21 sein. Es sei absolut zu begrüßen, dass der Bund nun nahezu 500 Millionen Euro Fördergelder für alle Bundesländer bereitstellt und das Land seinen Anteil hieran tragen wolle, es  müssten aber auch neue Forstleute für die Beratung und die Betreuung der Waldbesitzer und neue Waldarbeiter zur Beseitigung der Schäden und zur Wiederbewaldung eingestellt werden. „Die Jahrzehnte langen Forderungen des BDF nach angemessener Personalausstattung wurden immer wieder vom Tisch gefegt, obwohl die Entwicklung des Klimas seit den frühen neunziger Jahren bekannt ist. Das muss jetzt ein Ende haben!“. Die Wälder im Lande haben nicht nur die Funktion Gewinne zu erwirtschaften, ihre Klimaschutzfunktion ist vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung absolut prioritär zu sehen. Dies schließt natürlich die Nutzung des Rohstoffes Holz ein. Forderungen nach ideologisch begründeten Waldstilllegungen werden abgelehnt, da sie dem Klimaschutz zuwider laufen „Es ist unfassbar, dass das Finanzministerium trotz der dramatischen Schadenssituation auf der Ablieferung eines Überschusses aus dem Staatswald besteht und deshalb an die Reserven des staatlichen Forstbetriebs geht“. Dieses Geld würde dringend zur Weiterentwicklung der Wälder benötigt. “Wir wären mit dem Waldumbau schon längst weiter, wenn uns in den letzen 30 Jahren nicht 50 Prozent aller Stellen gestrichen und die Klimafolgenforschung im Wald auf Sparflamme gehalten worden wären“, kritisiert Hellmann und fordert eine Kehrtwende in der Forstpolitik der Landesregierung, „denn es geht um nicht mehr und nicht weniger als um die Sicherung unser aller Lebensgrundlagen“.

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